July 25, 2008
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http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video353002.html
24 日晚間柏林勝利柱前的演說
http://www.tagesschau.de/inland/obamarede108.html
Obama in Berlin
Große Träume eines Weltverbesserers
Der Senator aus Illinois kam, sprach und siegte. Mehr als 200.000 Menschen hörten Barack Obama bei seiner außenpolitischen Rede an der Berliner Siegessäule zu. Nicht nur die "Bewohner von Berlin" sprach er an sondern gleich die "Bewohner des Planeten" - das gefiel den meisten Zuhören gut.

Foto: DPA
Von Corinna Emundts, tagesschau.de
Zwei Stunden zuvor hatte Barack Obama Berlin so lange mit den zwei Worten "thank you" begrüßt, bis ihn ein Publikums-Chor mit seinem Slogan "Yes we can" unterbrach. Dann kürte der Himmel über Berlin den Abend mit einem nahezu perfekten pinkfarbenen Sonnenuntergang.
Selbst das rosa leuchtende Kanzleramt schien romantisch genug, dass sich Liebespärchen vor seiner Kulisse küssen konnten. Ein Hauch jener Weltfriedensstimmung, die Obama zuvor verbreitet hatte, lag über der Stadt. Es war deutlich zu spüren: Etwas war geschehen.
"Es ist die Stimme"
Der in Berlin geborene Gene, 22, dessen Großvater in Deutschland stationierter US-Soldat war, kommt gut gelaunt mit zwei Freunden auf dem Fahrrad von der Obama-Rede. Und doch ist er nicht richtig begeistert: "Obama hat viele Probleme angesprochen, die er selbst als US-Präsident nicht lösen kann." Über das Thema Atomwaffen etwa werde nicht nur im Weißen Haus entschieden. Aber ja, charismatisch fand er Obama und bereut es deswegen nicht, gekommen zu sein: "Allein wie der auf Leute zugeht und sie begrüßt, als wäre er einer von ihnen, das gefällt mir."
"Es ist die Stimme", schwärmt eine tschechische Journalistin auf dem Rückweg. Sie verstehe jetzt, weswegen man Obama für charismatisch halte. Die Rede habe sie zwar ein bisschen naiv gefunden - "aber es gibt in Europa nicht viele Politiker, die Menschen so begeistern können". Da sei Obama eben etwas Besonderes.
Der Retter der Welt
In seinem gewohnt melodischen, rhythmischen Stil der vielen Wiederholungen von Schlüsselsätzen ("This ist the moment! This is our time!" – "Dies ist der Augenblick! Dies ist unsere Zeit!"), die sich so trefflich zu Musikvideos wie "Yes we can" umbauen lassen, hatte sich Obama zuvor Gene, der Journalistin und 200.000 anderen Zuschauern als kein geringerer als der neue Retter der Welt präsentiert. Nicht nur die "Bewohner von Berlin" sprach er an, sondern auch die "Bewohner des Planeten".
Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für die ganze Welt, die gemeinsam und partnerschaftlich nun alle Herausforderungen angehen soll - und zwar frei von Nuklearwaffen - diese Vision schuf er in seiner knapp 30-minütigen Rede an der Siegessäule in Blickweite des Brandenburger Tores.
Wanderung auf dem Grat
Obama sprach ernst und konzentriert, schließlich hatten im Vorfeld alle wichtigen Kommentatoren betont, seine Berliner Rede werde eine Gratwanderung. Zwei Fallen lauerten: Dass er seine außenpolitische Unerfahrenheit zu sehr offenbarte - oder aber, dass er in den USA zu sehr als Europa-Freund wahrgenommen werden könnte. Das mögen viele US-Amerikaner nicht. Und außenpolitische Versiertheit ist ihnen wichtig, auch wenn sich die Präsidentschaftswahlen letztlich über Themen wie Wirtschaft oder das Gesundheitssystem entschieden werden.
Obamas Redenschreiber lösten dieses Problem geschickt, indem sie ihn die Berliner Geschichte als beispielhaft für die ganze Welt darstellen ließen. Die Luftbrücke war der roter Faden in seiner Rede - die er mit seiner Familiengeschichte begonnen hatte, und die seinen Einwandererstatus demonstrierte ("Meine Mutter ist im Herzen Amerikas geboren, mein Vater züchtete Ziegen in Kenia. Und mein Großvater war Hausbediensteter bei den Briten").
Vor der Rede hatte er noch am Rande sein Buch für die 36-jährige Tochter eines Journalisten mit folgendem Satz signiert: "Dream big dreams!": "Träume große Träume" - in Abwandlung des uramerikanischen Mottos "Think big".
Der Träumer war nun in Berlin und hat damit jetzt mindestens zwei prominente Fans mehr: Den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich für ihre Verhältnisse äußerst begeistert über den Gast geäußert hatten.
"Das kann nur gut für uns sein"
Doch auch auf der Obama-Fanmeile gab es überwiegend Wohlwollen: Eine ältere Berlinerin urteilte: "Es für Europa wichtig ist, einen Präsidenten vom Schlage Obama zu haben, weil er eine neue Europa-Politik betreiben wird, und das kann nur gut für uns sein."
Die gebürtige Amerikanerin Elizabeth Zach die seit acht Jahren in Berlin lebt, empfindet den Senator aus Illinois "nach acht Jahren Bush-Mief wie frische Luft". Sie kam wie offenbar die meisten in Berlin lebenden Amerikaner zu dem Auftritt, geht man von dem vielen Amerikanisch aus, das zu hören war: "Ich bin ein großer Fan von Obama. Er ist ein wundervoller Redner, das wollte ich unbedingt live erleben."
Auf der Fußgängerbrücke Richtung Bahnhof tummelten sich derweil euphorische Asiaten, Italiener und sonstige Weltbewohner in einer Mischung, wie man sie sonst nur vom New Yorker Broadway kennt. Die ganze Stadt schien frei zu haben, die Liegestühle der Uferbars waren nach Obamas Rede gut besetzt. So beschwingt sieht man die Stadt selten.
Mitarbeit: Marcel Müller, tagesschau.de

Foto: AFP
http://www.tagesschau.de/ausland/obama292.html
Bislang nur vage Äußerungen des US-Demokraten
Was hätte Europa von Obama zu erwarten?
Was erwartet der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama von seinen Bündnispartnern in Europa? Und was bietet er ihnen? Obama selbst hat sich zu dieser Frage bislang nur sehr vage geäußert. Und so wird gerätselt, was er wohl heute in Berlin dazu sagen könnte.
Von Jens Borchers, HR-Hörfunkkorrespondent Washington
Neulich bei einer Obama-Veranstaltung in Fairfax, US-Bundesstaat Virginia. Der designierte Kandidat spricht über Wirtschaftsfragen, Frauenrechte und das Gesundheitssystem. Dann dürfen die Zuhörer Fragen stellen. Was er denn bei seiner Europareise den Menschen dort sagen wolle. Barack Obama zögert und rettet sich erstmal in einen Scherz: "Ich will ja hier nicht schon alles ausplaudern, dann habe ich ja nichts Neues mehr zu sagen, wenn ich dort ankomme." Aber so viel wolle er schon verraten: Die Rolle, die Amerika nach dem Ende des Kalten Krieges gespielt habe, die könne es nicht so nicht mehr weiterführen.
Nur wenige Worte zu Europa
"Wir fanden uns da als einzig verbliebene Supermacht wieder. Und dennoch: Auch wenn unsere militärische Macht konkurrenzlos ist - die wirklichen Sicherheits-Bedrohungen können nicht allein von einem Land gelöst werden", so Obama. Viel konkreter wird er nicht. Der Präsidentschaftsbewerber der Demokraten nennt rasch Klimawandel, Terrorismus, Afghanistan und Irak als internationale Herausforderungen - dann kommt das nächste Thema.
Mehr Soldaten der Alliierten in Afganistan?
Auf der Internetseite des Kandidaten ist zum Thema Europa, Europäische Union, Transatlantische Zusammenarbeit oder gar Deutschland nichts zu finden. Natürlich vergisst Obama fast niemals, das Hohelied der internationalen Zusammenarbeit zu singen. Aber es ist ein sehr allgemein gehaltenes Lied. Susan Rice, eine seiner außenpolitischen Beraterinnen, wird dann schon mal konkreter: Am vergangenen Wochenende sagte sie, die NATO-Alliierten müssten mehr Truppen nach Afghanistan entsenden. So wie die USA auch. Präsident George W. Bush hat das angekündigt, Obama selbst plädiert für eine Verstärkung von etwa 10.000 US-Soldaten in Afghanistan. Und die Beraterin meint auch, die NATO-Truppen dürften in ihrem Einsatz nicht beschränkt sein - so wie die deutschen Soldaten beispielsweise, die im Süden des Landes nach Ansicht der Bundesregierung nicht mitkämpfen sollen.
Viel mehr als solche vagen Hinweise sind nicht heraus zu kriegen. Auch Ruprecht Polenz, Amerika-Freund und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, rätselte kürzlich bei einem Besuch in Washington noch, was Obama denn bei seiner Rede in Berlin wohl zu sagen haben wird. Er habe Andeutungen gehört: "Wie werden Gefangene behandelt, welche Verhörtechniken sind erlaubt? Aber auch die Frage Klimaschutz soll in der Rede möglicherweise vorkommen. Auch eine grundsätzlich positive Aussage zur Europäischen Union als im Interesse der USA liegend", so Polenz.
Diplomatie statt Säbelrasseln
Was die Europäer von einem eventuellen US-Präsidenten Barack Obama zu erwarten haben, lässt sich bisher nur sehr allgemein ausdrücken: Ein deutliche Tendenz, Diplomatie über Säbelrasseln und militärisches Eingreifen zu stellen. Und ein Bewusstsein dafür, dass globale Probleme nicht von den USA allein zu lösen sind. Konkreteres liefert der Kandidat dann vielleicht bei seiner Rede vor der Siegessäule - wenn er sich zum transatlantischen Verhältnis äußern will.
Stand: 24.07.2008 11:44 Uhr
24 日晚間柏林勝利柱前的演說
http://www.tagesschau.de/inland/obamarede108.html
Obama in Berlin
Große Träume eines Weltverbesserers
Der Senator aus Illinois kam, sprach und siegte. Mehr als 200.000 Menschen hörten Barack Obama bei seiner außenpolitischen Rede an der Berliner Siegessäule zu. Nicht nur die "Bewohner von Berlin" sprach er an sondern gleich die "Bewohner des Planeten" - das gefiel den meisten Zuhören gut.

Foto: DPA
Von Corinna Emundts, tagesschau.de
Zwei Stunden zuvor hatte Barack Obama Berlin so lange mit den zwei Worten "thank you" begrüßt, bis ihn ein Publikums-Chor mit seinem Slogan "Yes we can" unterbrach. Dann kürte der Himmel über Berlin den Abend mit einem nahezu perfekten pinkfarbenen Sonnenuntergang.
Selbst das rosa leuchtende Kanzleramt schien romantisch genug, dass sich Liebespärchen vor seiner Kulisse küssen konnten. Ein Hauch jener Weltfriedensstimmung, die Obama zuvor verbreitet hatte, lag über der Stadt. Es war deutlich zu spüren: Etwas war geschehen.
"Es ist die Stimme"
Der in Berlin geborene Gene, 22, dessen Großvater in Deutschland stationierter US-Soldat war, kommt gut gelaunt mit zwei Freunden auf dem Fahrrad von der Obama-Rede. Und doch ist er nicht richtig begeistert: "Obama hat viele Probleme angesprochen, die er selbst als US-Präsident nicht lösen kann." Über das Thema Atomwaffen etwa werde nicht nur im Weißen Haus entschieden. Aber ja, charismatisch fand er Obama und bereut es deswegen nicht, gekommen zu sein: "Allein wie der auf Leute zugeht und sie begrüßt, als wäre er einer von ihnen, das gefällt mir."
"Es ist die Stimme", schwärmt eine tschechische Journalistin auf dem Rückweg. Sie verstehe jetzt, weswegen man Obama für charismatisch halte. Die Rede habe sie zwar ein bisschen naiv gefunden - "aber es gibt in Europa nicht viele Politiker, die Menschen so begeistern können". Da sei Obama eben etwas Besonderes.
Der Retter der Welt
In seinem gewohnt melodischen, rhythmischen Stil der vielen Wiederholungen von Schlüsselsätzen ("This ist the moment! This is our time!" – "Dies ist der Augenblick! Dies ist unsere Zeit!"), die sich so trefflich zu Musikvideos wie "Yes we can" umbauen lassen, hatte sich Obama zuvor Gene, der Journalistin und 200.000 anderen Zuschauern als kein geringerer als der neue Retter der Welt präsentiert. Nicht nur die "Bewohner von Berlin" sprach er an, sondern auch die "Bewohner des Planeten".
Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für die ganze Welt, die gemeinsam und partnerschaftlich nun alle Herausforderungen angehen soll - und zwar frei von Nuklearwaffen - diese Vision schuf er in seiner knapp 30-minütigen Rede an der Siegessäule in Blickweite des Brandenburger Tores.
Wanderung auf dem Grat
Obama sprach ernst und konzentriert, schließlich hatten im Vorfeld alle wichtigen Kommentatoren betont, seine Berliner Rede werde eine Gratwanderung. Zwei Fallen lauerten: Dass er seine außenpolitische Unerfahrenheit zu sehr offenbarte - oder aber, dass er in den USA zu sehr als Europa-Freund wahrgenommen werden könnte. Das mögen viele US-Amerikaner nicht. Und außenpolitische Versiertheit ist ihnen wichtig, auch wenn sich die Präsidentschaftswahlen letztlich über Themen wie Wirtschaft oder das Gesundheitssystem entschieden werden.
Obamas Redenschreiber lösten dieses Problem geschickt, indem sie ihn die Berliner Geschichte als beispielhaft für die ganze Welt darstellen ließen. Die Luftbrücke war der roter Faden in seiner Rede - die er mit seiner Familiengeschichte begonnen hatte, und die seinen Einwandererstatus demonstrierte ("Meine Mutter ist im Herzen Amerikas geboren, mein Vater züchtete Ziegen in Kenia. Und mein Großvater war Hausbediensteter bei den Briten").
Vor der Rede hatte er noch am Rande sein Buch für die 36-jährige Tochter eines Journalisten mit folgendem Satz signiert: "Dream big dreams!": "Träume große Träume" - in Abwandlung des uramerikanischen Mottos "Think big".
Der Träumer war nun in Berlin und hat damit jetzt mindestens zwei prominente Fans mehr: Den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich für ihre Verhältnisse äußerst begeistert über den Gast geäußert hatten.
"Das kann nur gut für uns sein"
Doch auch auf der Obama-Fanmeile gab es überwiegend Wohlwollen: Eine ältere Berlinerin urteilte: "Es für Europa wichtig ist, einen Präsidenten vom Schlage Obama zu haben, weil er eine neue Europa-Politik betreiben wird, und das kann nur gut für uns sein."
Die gebürtige Amerikanerin Elizabeth Zach die seit acht Jahren in Berlin lebt, empfindet den Senator aus Illinois "nach acht Jahren Bush-Mief wie frische Luft". Sie kam wie offenbar die meisten in Berlin lebenden Amerikaner zu dem Auftritt, geht man von dem vielen Amerikanisch aus, das zu hören war: "Ich bin ein großer Fan von Obama. Er ist ein wundervoller Redner, das wollte ich unbedingt live erleben."
Auf der Fußgängerbrücke Richtung Bahnhof tummelten sich derweil euphorische Asiaten, Italiener und sonstige Weltbewohner in einer Mischung, wie man sie sonst nur vom New Yorker Broadway kennt. Die ganze Stadt schien frei zu haben, die Liegestühle der Uferbars waren nach Obamas Rede gut besetzt. So beschwingt sieht man die Stadt selten.
Mitarbeit: Marcel Müller, tagesschau.de

Foto: AFP
http://www.tagesschau.de/ausland/obama292.html
Bislang nur vage Äußerungen des US-Demokraten
Was hätte Europa von Obama zu erwarten?
Was erwartet der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama von seinen Bündnispartnern in Europa? Und was bietet er ihnen? Obama selbst hat sich zu dieser Frage bislang nur sehr vage geäußert. Und so wird gerätselt, was er wohl heute in Berlin dazu sagen könnte.
Von Jens Borchers, HR-Hörfunkkorrespondent Washington
Neulich bei einer Obama-Veranstaltung in Fairfax, US-Bundesstaat Virginia. Der designierte Kandidat spricht über Wirtschaftsfragen, Frauenrechte und das Gesundheitssystem. Dann dürfen die Zuhörer Fragen stellen. Was er denn bei seiner Europareise den Menschen dort sagen wolle. Barack Obama zögert und rettet sich erstmal in einen Scherz: "Ich will ja hier nicht schon alles ausplaudern, dann habe ich ja nichts Neues mehr zu sagen, wenn ich dort ankomme." Aber so viel wolle er schon verraten: Die Rolle, die Amerika nach dem Ende des Kalten Krieges gespielt habe, die könne es nicht so nicht mehr weiterführen.
Nur wenige Worte zu Europa
"Wir fanden uns da als einzig verbliebene Supermacht wieder. Und dennoch: Auch wenn unsere militärische Macht konkurrenzlos ist - die wirklichen Sicherheits-Bedrohungen können nicht allein von einem Land gelöst werden", so Obama. Viel konkreter wird er nicht. Der Präsidentschaftsbewerber der Demokraten nennt rasch Klimawandel, Terrorismus, Afghanistan und Irak als internationale Herausforderungen - dann kommt das nächste Thema.
Mehr Soldaten der Alliierten in Afganistan?
Auf der Internetseite des Kandidaten ist zum Thema Europa, Europäische Union, Transatlantische Zusammenarbeit oder gar Deutschland nichts zu finden. Natürlich vergisst Obama fast niemals, das Hohelied der internationalen Zusammenarbeit zu singen. Aber es ist ein sehr allgemein gehaltenes Lied. Susan Rice, eine seiner außenpolitischen Beraterinnen, wird dann schon mal konkreter: Am vergangenen Wochenende sagte sie, die NATO-Alliierten müssten mehr Truppen nach Afghanistan entsenden. So wie die USA auch. Präsident George W. Bush hat das angekündigt, Obama selbst plädiert für eine Verstärkung von etwa 10.000 US-Soldaten in Afghanistan. Und die Beraterin meint auch, die NATO-Truppen dürften in ihrem Einsatz nicht beschränkt sein - so wie die deutschen Soldaten beispielsweise, die im Süden des Landes nach Ansicht der Bundesregierung nicht mitkämpfen sollen.
Viel mehr als solche vagen Hinweise sind nicht heraus zu kriegen. Auch Ruprecht Polenz, Amerika-Freund und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, rätselte kürzlich bei einem Besuch in Washington noch, was Obama denn bei seiner Rede in Berlin wohl zu sagen haben wird. Er habe Andeutungen gehört: "Wie werden Gefangene behandelt, welche Verhörtechniken sind erlaubt? Aber auch die Frage Klimaschutz soll in der Rede möglicherweise vorkommen. Auch eine grundsätzlich positive Aussage zur Europäischen Union als im Interesse der USA liegend", so Polenz.
Diplomatie statt Säbelrasseln
Was die Europäer von einem eventuellen US-Präsidenten Barack Obama zu erwarten haben, lässt sich bisher nur sehr allgemein ausdrücken: Ein deutliche Tendenz, Diplomatie über Säbelrasseln und militärisches Eingreifen zu stellen. Und ein Bewusstsein dafür, dass globale Probleme nicht von den USA allein zu lösen sind. Konkreteres liefert der Kandidat dann vielleicht bei seiner Rede vor der Siegessäule - wenn er sich zum transatlantischen Verhältnis äußern will.
Stand: 24.07.2008 11:44 Uhr

