September 2, 2009
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上週日(30, Aug, 2009)德國三邦議會選舉結束, 左派政黨Die Linke成為最大贏家, 執政黨CDU則遭到執政以來罕見的大幅挫敗, 是否會影響到四週後的國會選舉尚待觀察.
http://www.tagesschau.de/wahl/aktuell/waehlerwanderung100.html
Nach den Landtagswahlen
Das Ende der politischen Lager?
Mehr als 20 Prozent aus dem Stand sind nicht der einzige Erfolg der Linkspartei bei den Landtagswahlen im Saarland: Sie hat auch der CDU viele Wähler abgeluchst. Naht das Ende der traditionellen politischen Lager? Und haben die Ergebnisse vom Sonntag Folgen für die Bundestagswahl? Experten sind sich uneins.

Von Nicole Diekmann, tagesschau.de
Der Gewinner des vergangenen Sonntags ist eindeutig: Linksparteichef Oskar Lafontaine. Wer der größte Verlierer der Landtagswahlen ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Wohl aber, dass CDU-Mann Peter Müller dazu gehört. Der Ministerpräsident hat nicht nur die absolute Mehrheit im Saarland verloren, sondern eventuell auch sein Amt.
"Die Lager sind in der Auflösung begriffen"

Das hängt von den nun anlaufenden Koalitionsgesprächen ab. Davon wird es in den kommenden Wochen reichlich geben, denn die Wähler haben den Weg für Konstellationen quer durchs politische Beet geebnet: Für Schwarz-Gelb reichen ihre Stimmen im Saarland nicht, wohl aber für eine Große Koalition oder auch Jamaika, mit Grünen und der FDP. Auf lange Wochen könne man sich nun einstellen, meint Politikwissenschaftler Peter Lösche im Gespräch mit tagesschau.de: "Es wird taktiert werden mit einer Raffinesse, es wird ein Machtpoker ablaufen, wie wir das bisher nicht kannten."
Schuld an dieser unübersichtlichen und für die Parteien komplizierten Lage seien zwei Faktoren: das in Deutschland relativ junge Fünf-Parteien-System und der Wechselwähler. Im Saarland heimste die Linkspartei rund 10.000 Stimmen ehemaliger CDU-Wähler ein, und auch in Thüringen liefen einst konservative Wähler nach links über. Der Beginn eines grundlegenden Wandels in der politischen Landschaft in der Bundesrepublik? Ja, meint Lösche: "Die Lager sind in der Auflösung begriffen." Das Saarland liefert seiner Ansicht nach den deutlichsten Beweis dafür.

"Wir haben nichts Neues erlebt"
Jörg Schönenborn jedoch widerspricht Lösche vehement. "Wir haben nichts Neues erlebt am Sonntag", sagt der ARD-Wahlexperte. Seit mehr als zehn Jahren liege der Anteil von Wechselwählern im Mittelwert zwischen 25 und 30 Prozent. Im Saarland waren es am Sonntag 33.
Das liegt Schönenborns Ansicht nach vor allem am "Oskar"-Effekt der ungebrochenen Liebe vieler Saarländer zu ihrem einstigen Landesvater, der nun - einmalig in der deutschen Geschichte - für eine andere Partei angetreten ist. Schönenborn spricht von einem "Sondereffekt": "Wenn eine Partei aus dem Stand 20 Prozent holt, kann sie das nur, wenn sie auch in fremden Teichen fischt." Also auch bei der CDU.
Zwar sei die Wanderung ihrer Wähler hinüber ins andere Lager zur Linkspartei bemerkenswert, andererseits aber besäßen nicht mal die herben Stimmeinbußen der CDU im Saarland und in Thüringen von 13 beziehungsweise fast 12 Prozent besonderen Nachrichtenwert: "Wir haben eine Legislaturperiode hinter uns, in der massive, auch zweistellige Verluste für die Union immer wieder vorgekommen sind, zum Beispiel in Hessen oder auch in Bayern."
Landtagswahlen sind "Nebenwahlen"
Auch Harald Schoen nennt die These vom Ende der politischen Lager im tagesschau.de-Interview "völlig überzogen". Der Bamberger Politikwissenschaftler wertet derzeit eine Online-Umfrage zum Einfluss von Koalitionsaussagen auf das Wahlverhalten aus. Das Ergebnis zeichne sich deutlich ab, sagt er: "Wanderungen finden statt - aber in der Regel innerhalb der Lager. Ein Grünen-Wähler wendet sich der SPD zu, wenn die Grünen eine Koalition mit der CDU ankündigen. Und umgekehrt."
ine "gewisse Anhänglichkeit des einen oder anderen Saarländers an Lafontaine" hält er für ebenso entscheidend für die Saarländer Wander-Wähler wie die von ihrer SPD nach wie vor enttäuschten Stammwähler, meint Schoen. Und er verweist auf einen weiteren, Wissenschaftlern hinlänglich bekannten Faktor: Bei "Nebenwahlen", wie er es nennt, probt der Wähler gerne mal den Aufstand light. "Landtagswahlen, Kommunalwahlen und Europawahlen nehmen die Bürger als nicht so wichtig wahr. Da ist die Schmerzgrenze niedriger, mal was anderes zu wählen oder auch zu Hause zu bleiben."
Ebenso wie Schönenborn kommt er deshalb zum Fazit: Vorsicht mit Rückschlüssen auf die Bundestagswahl in vier Wochen.
Quelle: ARD
http://www.tagesschau.de/wahl/aktuell/waehlerwanderung100.html
Nach den Landtagswahlen
Das Ende der politischen Lager?
Mehr als 20 Prozent aus dem Stand sind nicht der einzige Erfolg der Linkspartei bei den Landtagswahlen im Saarland: Sie hat auch der CDU viele Wähler abgeluchst. Naht das Ende der traditionellen politischen Lager? Und haben die Ergebnisse vom Sonntag Folgen für die Bundestagswahl? Experten sind sich uneins.

Von Nicole Diekmann, tagesschau.de
Der Gewinner des vergangenen Sonntags ist eindeutig: Linksparteichef Oskar Lafontaine. Wer der größte Verlierer der Landtagswahlen ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Wohl aber, dass CDU-Mann Peter Müller dazu gehört. Der Ministerpräsident hat nicht nur die absolute Mehrheit im Saarland verloren, sondern eventuell auch sein Amt.
"Die Lager sind in der Auflösung begriffen"

Das hängt von den nun anlaufenden Koalitionsgesprächen ab. Davon wird es in den kommenden Wochen reichlich geben, denn die Wähler haben den Weg für Konstellationen quer durchs politische Beet geebnet: Für Schwarz-Gelb reichen ihre Stimmen im Saarland nicht, wohl aber für eine Große Koalition oder auch Jamaika, mit Grünen und der FDP. Auf lange Wochen könne man sich nun einstellen, meint Politikwissenschaftler Peter Lösche im Gespräch mit tagesschau.de: "Es wird taktiert werden mit einer Raffinesse, es wird ein Machtpoker ablaufen, wie wir das bisher nicht kannten."
Schuld an dieser unübersichtlichen und für die Parteien komplizierten Lage seien zwei Faktoren: das in Deutschland relativ junge Fünf-Parteien-System und der Wechselwähler. Im Saarland heimste die Linkspartei rund 10.000 Stimmen ehemaliger CDU-Wähler ein, und auch in Thüringen liefen einst konservative Wähler nach links über. Der Beginn eines grundlegenden Wandels in der politischen Landschaft in der Bundesrepublik? Ja, meint Lösche: "Die Lager sind in der Auflösung begriffen." Das Saarland liefert seiner Ansicht nach den deutlichsten Beweis dafür.

"Wir haben nichts Neues erlebt"
Jörg Schönenborn jedoch widerspricht Lösche vehement. "Wir haben nichts Neues erlebt am Sonntag", sagt der ARD-Wahlexperte. Seit mehr als zehn Jahren liege der Anteil von Wechselwählern im Mittelwert zwischen 25 und 30 Prozent. Im Saarland waren es am Sonntag 33.
Das liegt Schönenborns Ansicht nach vor allem am "Oskar"-Effekt der ungebrochenen Liebe vieler Saarländer zu ihrem einstigen Landesvater, der nun - einmalig in der deutschen Geschichte - für eine andere Partei angetreten ist. Schönenborn spricht von einem "Sondereffekt": "Wenn eine Partei aus dem Stand 20 Prozent holt, kann sie das nur, wenn sie auch in fremden Teichen fischt." Also auch bei der CDU.
Zwar sei die Wanderung ihrer Wähler hinüber ins andere Lager zur Linkspartei bemerkenswert, andererseits aber besäßen nicht mal die herben Stimmeinbußen der CDU im Saarland und in Thüringen von 13 beziehungsweise fast 12 Prozent besonderen Nachrichtenwert: "Wir haben eine Legislaturperiode hinter uns, in der massive, auch zweistellige Verluste für die Union immer wieder vorgekommen sind, zum Beispiel in Hessen oder auch in Bayern."
Landtagswahlen sind "Nebenwahlen"
Auch Harald Schoen nennt die These vom Ende der politischen Lager im tagesschau.de-Interview "völlig überzogen". Der Bamberger Politikwissenschaftler wertet derzeit eine Online-Umfrage zum Einfluss von Koalitionsaussagen auf das Wahlverhalten aus. Das Ergebnis zeichne sich deutlich ab, sagt er: "Wanderungen finden statt - aber in der Regel innerhalb der Lager. Ein Grünen-Wähler wendet sich der SPD zu, wenn die Grünen eine Koalition mit der CDU ankündigen. Und umgekehrt."
ine "gewisse Anhänglichkeit des einen oder anderen Saarländers an Lafontaine" hält er für ebenso entscheidend für die Saarländer Wander-Wähler wie die von ihrer SPD nach wie vor enttäuschten Stammwähler, meint Schoen. Und er verweist auf einen weiteren, Wissenschaftlern hinlänglich bekannten Faktor: Bei "Nebenwahlen", wie er es nennt, probt der Wähler gerne mal den Aufstand light. "Landtagswahlen, Kommunalwahlen und Europawahlen nehmen die Bürger als nicht so wichtig wahr. Da ist die Schmerzgrenze niedriger, mal was anderes zu wählen oder auch zu Hause zu bleiben."
Ebenso wie Schönenborn kommt er deshalb zum Fazit: Vorsicht mit Rückschlüssen auf die Bundestagswahl in vier Wochen.
Quelle: ARD

